Tja, wer hätte das gedacht: Vor einem Jahr noch ein Loblied auf Microsoft und Windows 7 angestimmt und derweil sitze ich nun an meinem Mac Mini, schreibe mit der Wireless-Tastatur von Apple und bewege Mauszeiger mit Magic Mouse. Und was soll ich dazu sagen? Ich mag es.
Aber warum der Gesinnungswandel? Eigentlich bin ich mittlerweile zu einer Zen-artigen Ruhe gekommen, was das Fanboytum angeht. Ja, der Verkauf meiner Seele an Google war eine gute Wahl und den bereue ich nicht. Allerdings habe ich auch Nichts gegen die zwei anderen großen Player einzuwinden, als da wären Apple und Microsoft. Die Mannen aus Cupertino schlagen zwar einen Weg ein, der mir persönlich nicht sonderlich gefällt, insbesondere was ihre App-Store-Politik angeht. Zudem stösst mir alles kultartige mittlerweile sauer auf und wenn Apple etwas liefern kann, dann eine Religion inklusive Messias. Aber: Diese Phrasen sind auch abgedroschen, kann man sich nicht einfach wieder auf das zentrale Thema zurückziehen und das ist einfach: Wer bringt gute IT-Produkte heraus.
Hier bin ich durchaus froh, dass Apple mit Google ein Konkurrent gedämmert hat, der in Sachen Usability und Kundenfreundlichkeit mithalten kann. Zwar vertreten die beiden Firmen durchaus unterschiedliche Philosophien, aber was für den Endnutzer hinten rauskommt, ist in beiden Fällen nicht schlecht. Also läuft jetzt auf meinem Mac OS 10.6 Google Chrome. Faire Angelegenheit, möchte man meinen.
Um im Hippie-Sprech zu bleiben: Mein kleiner lieber PC soll sich nicht grämen. Mit Windows 7 ist dieser eigentlich die rundere Angelegenheit. Die meiste Zeit werkele ich sowieso im Browser und da bietet mir Chrome auf beiden Plattformen alles, was ich brauche (dies gilt natürlich auch für Firefox-Nutzer). Zusätzlich kann ich allerdings noch meine Spiele zocken. Großer Pluspunkt für die Dose. Was ich früher nicht für möglich gehalten habe, ist nun auch wahr geworden: Ich vermisse mein iBook nicht mehr. Windows Vista auf einem Laptop ist bah, genauso wie XP. Mit 7 wurde das auch schlagartig anders.
Ja, warum dann nicht beim PC bleiben, besonders, da der Mac Mini ja eher eine Anschaffung aus beruflichen Gründen war und seit Januar diesen Jahres nicht einmal benutzt wurde. Tja, Abwechslung braucht der Mensch und da ist so ein kleiner Tapetenwechsel mal ganz nett. Zusätzlich wollte ich meinen neuen iPod Classic (das einzige wirklich konkurrenzlose Appleprodukt imho - eine Schande, dass Festplatten-MP3-Player ausgestorben sind) richtig einweihen und Hand auf Herz: iTunes ist auf PCs nicht ganz das Wahre. Ja, schreit nur "Mediamonkey!". Been there, done that... Ich mag das Programm nicht so sehr, auch wenn es von der Featureliste sogar mehr kann als iTunes.
Ein weiterer Vorteil: PC und Mini haben fast genau die gleiche Hardware. Mit 7 wurde der PC merklich schneller, allerdings ist Mac OS 10.6 einen Tick flüssiger. Es fühlt sich einfach besser an. Zudem: So ein Mac Mini ist leise, sehr leise.
Nur bei einem sollte man sich klar sein: Wo der Nutzer für Google seine Seele an den Anti-Privatsphärengott verkauft, so muss der Apple-User dem Preis-Leistungs-Heiligen abschwören. Ernsthaft nutzen kann man den Mini nur, wenn man sich eine externe Festplatte zulegt und ein Grafikadapter für 20 € ist sowieso Pflicht.
Wo sich das Geld gelohnt hat, war allerdings bei der Apple-eigenen Tastatur und Maus. Gefallen mir von Tag zu Tag immer besser. Also: Ich alter Aristoteliker lebe mal wieder in der IT-Mischverfassung. Politie for the win!
So long!