Freitag, 14. Mai 2010

Und wieder zurück zu Mac OS - Ja spinne ich denn?!?


Tja, wer hätte das gedacht: Vor einem Jahr noch ein Loblied auf Microsoft und Windows 7 angestimmt und derweil sitze ich nun an meinem Mac Mini, schreibe mit der Wireless-Tastatur von Apple und bewege Mauszeiger mit Magic Mouse. Und was soll ich dazu sagen? Ich mag es.

Aber warum der Gesinnungswandel? Eigentlich bin ich mittlerweile zu einer Zen-artigen Ruhe gekommen, was das Fanboytum angeht. Ja, der Verkauf meiner Seele an Google war eine gute Wahl und den bereue ich nicht. Allerdings habe ich auch Nichts gegen die zwei anderen großen Player einzuwinden, als da wären Apple und Microsoft. Die Mannen aus Cupertino schlagen zwar einen Weg ein, der mir persönlich nicht sonderlich gefällt, insbesondere was ihre App-Store-Politik angeht. Zudem stösst mir alles kultartige mittlerweile sauer auf und wenn Apple etwas liefern kann, dann eine Religion inklusive Messias. Aber: Diese Phrasen sind auch abgedroschen, kann man sich nicht einfach wieder auf das zentrale Thema zurückziehen und das ist einfach: Wer bringt gute IT-Produkte heraus.

Hier bin ich durchaus froh, dass Apple mit Google ein Konkurrent gedämmert hat, der in Sachen Usability und Kundenfreundlichkeit mithalten kann. Zwar vertreten die beiden Firmen durchaus unterschiedliche Philosophien, aber was für den Endnutzer hinten rauskommt, ist in beiden Fällen nicht schlecht. Also läuft jetzt auf meinem Mac OS 10.6 Google Chrome. Faire Angelegenheit, möchte man meinen.

Um im Hippie-Sprech zu bleiben: Mein kleiner lieber PC soll sich nicht grämen. Mit Windows 7 ist dieser eigentlich die rundere Angelegenheit. Die meiste Zeit werkele ich sowieso im Browser und da bietet mir Chrome auf beiden Plattformen alles, was ich brauche (dies gilt natürlich auch für Firefox-Nutzer). Zusätzlich kann ich allerdings noch meine Spiele zocken. Großer Pluspunkt für die Dose. Was ich früher nicht für möglich gehalten habe, ist nun auch wahr geworden: Ich vermisse mein iBook nicht mehr. Windows Vista auf einem Laptop ist bah, genauso wie XP. Mit 7 wurde das auch schlagartig anders.

Ja, warum dann nicht beim PC bleiben, besonders, da der Mac Mini ja eher eine Anschaffung aus beruflichen Gründen war und seit Januar diesen Jahres nicht einmal benutzt wurde. Tja, Abwechslung braucht der Mensch und da ist so ein kleiner Tapetenwechsel mal ganz nett. Zusätzlich wollte ich meinen neuen iPod Classic (das einzige wirklich konkurrenzlose Appleprodukt imho - eine Schande, dass Festplatten-MP3-Player ausgestorben sind) richtig einweihen und Hand auf Herz: iTunes ist auf PCs nicht ganz das Wahre. Ja, schreit nur "Mediamonkey!". Been there, done that... Ich mag das Programm nicht so sehr, auch wenn es von der Featureliste sogar mehr kann als iTunes.

Ein weiterer Vorteil: PC und Mini haben fast genau die gleiche Hardware. Mit 7 wurde der PC merklich schneller, allerdings ist Mac OS 10.6 einen Tick flüssiger. Es fühlt sich einfach besser an. Zudem: So ein Mac Mini ist leise, sehr leise.

Nur bei einem sollte man sich klar sein: Wo der Nutzer für Google seine Seele an den Anti-Privatsphärengott verkauft, so muss der Apple-User dem Preis-Leistungs-Heiligen abschwören. Ernsthaft nutzen kann man den Mini nur, wenn man sich eine externe Festplatte zulegt und ein Grafikadapter für 20 € ist sowieso Pflicht.

Wo sich das Geld gelohnt hat, war allerdings bei der Apple-eigenen Tastatur und Maus. Gefallen mir von Tag zu Tag immer besser. Also: Ich alter Aristoteliker lebe mal wieder in der IT-Mischverfassung. Politie for the win!

So long!

Alan Wake - Das vorläufige Urteil nach zwei von sechs Episoden

Die ersten Spielstunden von Alan Wake sind vorbei und ich habe euch ja mal meinen Eindruck versprochen. Vorne weg: Das Spiel macht Spaß, viel Spaß, allerdings ist es für mich nicht das Übergame schlecht hin. Aber das liegt auch an der Hype-Geschichte, die hier schon seit Jahren greift und liegt anscheinend auch im speziellen Charakter dieser interaktiven Spiele versteckt, die wir in letzter Zeit erleben durften, inklusive bspw. Heavy Rain auf der PS 3.

Die Präsentation gefällt durchaus. Das Städtchen Bright Falls ist absolut realistisch und liebevoll modelliert worden. Allerdings sticht natürlich hier das szenenhafte Design ganz klar hervor: Alan Wake ist kein Sandbox Spiel als das es ursprünglich gedacht war. Der Spieler befindet sich auf festen Bahnen in den verschiedenen Episoden. Die jeweiligen Locations sind klasse. Das Positve am Railroading: Die Geschichte wird dadurch kompakter und intensiver.

Oh ja, die Episoden. Das gefällt. Hier wurde sich ganz klar an guten TV-Produktionen orientiert. So kommt am Ende einer Episode ein Cliffhanger und die Abspannmusik setzt ein - ganz ähnlich wie in HBO-Serien à la Sopranos oder Big Love. Die neue Folge startet dann mit "Previously on Alan Wake...". :D Insgesamt hätten die Jungs von Remedy dies aber noch ein wenig ausfeilen können. Da ist atmosphärisch noch Platz nach oben.

Zur Story und den Charakteren: Ein Schriftsteller, der sich zurückzieht und schließlich in seinem eigenen Horrorroman landet, ist nicht gerade der Kreativität letzter Schluss. Allerdings reißt es hier die Atmosphäre absolut raus und der Spieler bleibt am Ball. Genug Mystery und Geheimnis ist enthalten. Negativbeispiel ist hier die Serie Harpers Island, die in einem vergleichbaren Setting spielt, eine interessantere Grundidee hat, in der Umsetzung aber kolossal versagt.

Das Charakterdesign krankt ein wenig an der technischen Umsetzung: Die 3D-Modelle sind schön, wirken allerdings ein wenig künstlich. Wer vorher Final Fantasy XIII gespielt hat, wird hier ein wenig auf den harten Boden der Realität zurück geworfen. Wenn ein paar Milliönchen fehlen merkt man es also doch... Hinzu kommt die Synchronisierung: Deutsche und englisch Sprachausgabe sind nicht gerade der Weisheit letzter Schluss und was vor allem negativ auffällt, ist, dass das gesprochene Wort nicht lippensynchron vertont wurde.

Trotzdem: Bisher (Zwei Episoden gespielt), sind die Protagonisten in Ordnung und transportieren die mitreißende Story. Ein paar Schönheitsfehler, die ich so verzeihen kann.

Im Spiel selbst wird man allerdings immer wieder durch kleine Goodies und versteckte Manuskriptblätter, die es zu finden gilt, entschädigt. Die Fernseh-Shows sind echt durch geknallt und unterstützen eine lyncheske Atmosphäre. Hier jage ich zumindest auch nach jedem Fitzelchen Extra-Info, wohingegen ich in anderen Spielen wie z.B. Dragon Age zwar auch viel gelesen habe, dies allerdings nach einiger Zeit langweilig wird. Dafür gibt´s ein Fleißkärtchen.

Die Action ist in Ordnung, das Kampfsystem frisch. Der Einsatz des Lichts sorgt für einige Aha-Effekte. Macht insgesamt sehr viel Spaß ohne jedoch das Action (-Adventure)-Genre neu zu erfinden. Anleihen gibt es auf jeden Fall bei anderen Survival-Shootern: Dein größter Feind sind nicht die Gegner, sondern ein leergeschossener Revolver.

Größter Pluspunkt ist hier wieder die spannende Präsentation: Mit klug eingesetzten Slow-Mo-Effekten und intelligent platzierten Gegnern ist Alan Wake ganz klar ein Horror-Spiel erster Güte. Ich war selbst überrascht, dass ich oft vom Sofa aufstand, um eine besonders spannende Szene zu meistern, weil ich es nicht mehr im Sitzen aushielt. Ja gut gemacht!

Heute habe ich so um die vier Stunden gespielt und diese gingen rum wie nichts. Gutes Zeichen auf jeden Fall! Vier Episoden liegen noch vor mir und wenn diese noch weiterhin so unterhaltsam sind, dann kann ich nicht klagen.

Insgesamt würde ich dem Spiel daher 7 von 10 Punkten geben und das ist für mich Strategie- und Rollenspieler eine ganze Menge.