Donnerstag, 18. Juni 2009

Schöne neue Medienwelt - Twitter und der iranische Aufstand

Es deutete sich schon bei einigen Ereignissen, wie dem Terror-Anschlag in Mumbai, an, dass Web 2.0-Dienste langsam aber sicher zu den ganz großen News-Quellen werden. Vorne Weg geht, der in Deutschland relativ unbekannte Micro-Blogging-Dienst Twitter. Mit nur 140 Zeichen können Augenzeugen eines Ereignisses ihre Eindrücke in Echtzeit mit der Welt teilen. Dabei werden traditionelle Medien besonders in autoritären Regimen überholt.

Bestes aktuelles Beispiel sind die anhaltenden Demonstrationen im Iran nach der Präsidentwahl. Nach Zweifeln an der Richtigkeit des Wahlergebnisses des Amtsinhabers Ahmadinedschad tragen die iranischen Bürger ihren Protest landesweit auf die Straßen. Die Ausmaße der Demonstrationen überraschten selbst Nah-Ost-Experten wie Peter Scholl-Latour, der am Sonntag in einem Fernsehinterview noch anmerkte: "Alles halb so schlimm..."

Die Berichterstattung lief am ersten Tag der Proteste auch in gewohnten Bahnen ab: Korrespondenten zeigten sich betroffen und sagten (leider) nur die üblichen Sprüche auf, die Ihnen die Länge des Fernseh-Berichtes und die Vorgaben des Systems erlaubten. Schon zu diesem Zeitpunkt, als die westlichen Medien noch (relativ) ungestört berichteten, zeigte Twitter seine Stärke: Viele iranische Nutzer meldeten sich umgehend nach der Wahl an, um über die Ereignisse zu berichten. So kamen Follower der iranischen Twitterer an Infos heran, über die die traditionellen Medien nicht berichteten.

Montags, mit der Intensivierung des Protestes, zeigte sich auch die ekelhafte Fratze des autoritären Regimes, das zumindest in den Städten nun auch totalitäre Züge annahm: Basij-Milizen jagen auf Motorrädern Demonstranten, fallen in Universitäten ein, von ersten Schüssen und Morden wird berichtet, zumindest bei Twitter. Westliche Journalisten wurden immer weiter in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, bis am Mittwoch Hausarrest angeordnet worden ist.

Dies hatte zur Folge, dass in den Tagesthemen am Montag-Abend der ARD-Korrespondent berichtete, dass es in Teheran sehr ruhig sei. Verfolgte man zur selben Zeit Twitter, erfuhr man: Ja, in der Innenstadt vielleicht, da sich die Proteste in den Norden der Stadt verlagert hatten. Dort starben in Kämpfen mit den Revolutionsgarden und den Basij sieben Demonstranten, was sich über Twitter wie ein Lauffeuer verbreitete. Iranische und westliche Medien übernahmen dies erst Dienstag-Mittag.

Beeindruckend ist, wie die iranische Twittere der autokratischen Staatsmacht trotzen: Es gibt praktisch keine Möglichkeiten mehr mit der Welt zu kommunizieren. Mittlerweile wurde das Handynetz und praktisch das komplette Internet gesperrt. Einige wenige kommen über Satelliten-Zugang und Proxys in das Netzt, was allerdings auch erschwert wird: Polizisten sollen alle Satelliten-Schüsseln beschlagnahmen, denen sie gewahr werden.

Neue Videos erscheinen auch in regelmäßigen Abständen auf YouTube. Diese werden zwar in der Regel mit Handy-Kameras aufgenommen, dank der Handynetz-Kontrolle der Regierung müssen Sie aber erst zu einem der wenigen internetfähigen PCs gebracht werden.

Machen Twitter und YouTube den traditionellen Journalismus nun obsolet? Sicher nicht. Eine professionelle Aufarbeitung der Geschehnisse muss immer noch erfolgen, doch in Zeiten wo dies nicht möglich ist und eine Berichterstattung praktisch verhindert gemacht wird, entfalten Web 2.0-Dienste Ihre wahre Macht. Während des Terror-Anschlags in Mumbai wurde auch getwittert, aber die Medien hatten die Situation schnell unter Kontrolle und berichteten durchaus schnell und vor allem objektiv.

Im Iran müssen wir zur Zeit, wenn wir uns über die Situation informieren wollen auf das Internet zurückgreifen - genauso wie die anderen Medien auch. Aber aufgepasst: Die Twitterer sind natürlich hochgradig subjektiv - die Infos sind immer mit vorsicht zu genießen.

Samstag, 13. Juni 2009

Windows 7 und der Mediaplayer: Gut, aber nicht gut genug!

Eine Sache, die man normalerweise unter Windows nicht mit der Kneifzange angefasst hat, war der Media Player: Zu klobig, zu wenig Einstellungsmöglichkeiten - einfach Microsoft! Aber da wir uns anscheinend im "Microsoft lernt"-Jahr befinden, kann ich stolz verkünden: Ja, der neue Media Player ist auf dem richtigen Weg!

Minimalistisches Äußeres, die wichtigsten Grundfunktionen vereint und die Fähigkeit, alle geläufige Codecs abzuspielen, machen den Media Player zu einem nützlichen Tool. Nun ja, wenn da nicht einige Funktionen wären, die schmerzlich vermisst werden.

Als Referenz soll hier der VLC-Player herhalten. Der Open Source-Player ist ja schon länger das Non-Plus-Ultra, was die Funktionalität angeht. Einzig die Optik ist eher bescheiden. Von der Geschwindigkeit sind beide Player vergleichbar. Große Unterschiede sind nicht da. Aber dann möchte ich einfach einen Film im Vollbildmodus pausieren und hämmere auf die Leertaste ein: Beim Media-Player passiert nichts! Sollte das nicht mittlerweile schon in die Lingua Franca aller Media Player eingegangen sein: Leertaste = Pause/Wiedergabe.

Zudem: Manche Videos tendieren dazu, Musik und Bild ein wenig zeitversetzt wiederzugeben. Das stört das Vergnügen empfindlich! Der VLC hat, um dieses Problem zu beheben ein nettes Feature eingebaut: Per Tastendruck kann die Tonspur im zeitlichen Ablauf leicht korriegiert werden. Der Media Player hat diese Funktion nicht, weswegen ich mitten in einem Film von diesem zum VLC wechseln musste.

Außerdem kann in der abgespeckten Media Player-Version keine Playlisten machen. Es muss erst die große Library-Version geöffnet werden. Schade, denn dieses Feature braucht man vor allem bei 20-minütigen Serien ständig. Bei nicht-englischem Videomaterial auch von Nöten: Untertitel. Können auch nicht eingebunden werden.

Alles in allem gefällt mir der Media Player sehr, aber die Feature-Arme Ausstattung treibt mich wieder zum VLC zurücl. Da muss Microsoft unbedingt nachbessern. Für Einsteiger ist es der beste Media Player aller Zeiten, zugegeben.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Bye, Bye Apple - Bye, Bye Mac OS

Ja, Windows 7 holt mich langsam aber sicher auch von meiner Ehemaligen BS-Liebe weg: Mac OS X. Klar, zu Zeiten von XP und Vista war das Apple-Betriebssystem weit vorne und natürlich war es noch kultig und neu, einen Apple zu besitzen.

Mein kleines, nettes iBook hielt ich daher auch sehr in Ehren. Während viele andere mit bulligen PC-Notebooks umherliefen, die wirklich nicht sehr mobil waren und deren Akku vielleicht höchstens mal eine Stunde hielt, hatte ich zwar einen nicht so leistungsstarken G4-Laptop, der dafür dank genug RAM und einem schnellen Betriebssystem alles konnte, was das Herz begehrt.

Nun steht allerdings irgendwann eine Laptop-Neuanschaffung an, da mein iBook schon länger den Geist aufgegeben hat bzw. eine Reparatur leider wegen der Preise nicht in Frage kommen würde. Die Frage, ob ich nun wieder auf einen Mac setzen würde, stellt sich mir allerdings nicht.

Mittlerweile haben PC-Notebooks klar aufgeholt und bieten ein gutes Design, mehr Leistung für weniger Geld. Damals konnte man noch mit den technischen Leistungen wie Akkulaufzeit argumentieren, wenn man zum Mac griff. Heute geht das nicht mehr. PCs und Macs sind direkt vergleichbar, auch dank der Apple-Intel-Kooperation.

Sicher, auf der hochpreisigen Ebene sind Apples immer noch wunderbar und ihr Geld wert, doch erschließt sich mir nicht in den Sinn exorbitant mehr für ein Stück Hardware zu zahlen, nur weil es besser aussieht. Denn von der Qualität muss auch Apple nachbessern - in meinem Freundeskreis geben Macs genauso schnell den Geist auf wie PCs.

Das Killerargument war stets Mac OS X. Und ich habe dieses Betriebssystem geliebt. Auch wenn ich keine Spiele dafür hatte, auch wenn man etwas länger suchen musste, bis ein Ersatz-Tool gefunden worden war, das Apple-BS war das Geld wert.

Dieses Verkaufsargument schrumpft nun leider zusammen. Windows 7 ist schnell und besitzt für mich alle Features, die ich noch unter XP vermisst habe und die mich in die Arme von Mac OS X getrieben haben: Schneller Programmstart über ein Dock, ein ansprechendes Äußeres, einfache Führung durch die Systemsteuerung, Stabilität, Geschwindigkeit und eine Echtzeitsuche, die man zum Programmstart oder zur Suche nach Features nutzen kann.

Darüberhinaus kann Windows leider Gottes noch mehr: Spiele. Und das ist noch immer ein Killer-Feature. Ich will kein Dual-Boot-System haben, um einmal Spiele zu machen und mit dem anderen BS meine Mails zu verschicken. Dafür gibt es ja mittlerweile auch gute Online-Dienste, wie Google-Mail, Yahoo-Mail oder das Online-Office Zoho, Arbeiten ist genauso einfach wie mit dem Mac und trotz aller Unkenrufe aus dem Unix-Lager: Die meisten Tools gibt es immer noch für Windows-Systeme.

Aber ich bin ja gespannt: Ein wenig hat sich Apple auf seinen Lorbeeren und dem Vista-Debakel ausgeruht und muss jetzt nachbessern. Wenn Microsoft mit einem Betriebssystem-Hit aufwarten kann, muss das hippe Technik-Unternehmen doch auch nachlegen können.

Erstmal Snow-Leopard abwarten. Konkurrenz belebt das Geschäft...

Freitag, 29. Mai 2009

Wahn, Wahn überall Wahn - Twittern am Freitag

Im letzten Post habe ich mich schon mit der generellen Unlust der Deutschen beschäftigt, sich mit neuen Web 2.0-Diensten zu beschäftigen. Twitter ist hierfür der beste Beweis. Aber ich darf die Web-Gemeinde beruhigen/warnen: Es wird kommen und auch ganz groß.

Über den Sinn oder Unsinn des Micro-Blogging-Dienstes ist schon viel gebloggt worden. In Amerika wird Twitter vor allem als SMS-Ersatz benutzt. Doch ansonsten ist noch nicht so klar, was mit Twitter eigentlich gemacht wird.

Selbstdarstellung? Ja! Werbung? Auch! Spaß? Vielleicht. News finden? Sicher! Twitter ist wieder ein Dienst, der noch in der Entstehungsphase begriffen ist und der gerade eine schnelle Evolution durchläuft. Da kommt irgendwas, man weiß aber nicht richtig was überhaupt.

Ein kurzer Blick in die deutschen Twitter-Welten offenbart, dass zur Zeit vor allem Journalisten, PR-Berater und eine ähnliche Mischpoke ;) den Dienst nutzt. Der Endnutzer/Kunde/Casual User übersieht Twitter noch geflissentlich und nutzt viel lieber StudiVZ-Derivate und Instant Messenger.

Doch Medienpräsens ist gegeben und deswegen steht es gar nicht so schlecht, um die Zukunft des Dienstes. Schauen wir mal.

Und da Follow-Friday ist, folgt mal mir und meinen lieben Kollegen: @hoffi2312 @ben_lorenz @nordmeyer @mmorschel

Für die Google Wave bedarf es des uomo nuovo


Interessant, welches Konzept Google gestern vorgestellt hat. Das Konzept der Google Wave will nichts anderes, als unsere gesamte Kommunikation erneuern. Live-Austausch von Bildern, Karten, Sounds, Videos und was auch immer und natürlich auch Plaudereien sollen möglich sein.



Damit will Google dann E-Mail und Instant-Messaging ersetzen. Die Web-Kommunikation würde dann zu einer großen Gedanken-Matrix unter dem schönen Mantel der "Echtzeitgespräche" - dieser Begriff kursiert jetzt schon einige Zeit in Web 2.0-Blogs und Foren.

Es erinnert - wenn man das ganze von einem philsophischen Standpunkt aus betrachtet - an ein Geheimes Projekt aus dem fantastischen Spiel Sid Meyers Alpha Centauri: Die telephatische Matrix. Warum jetzt philosophisch und warum dann ein Computerspiel. Nun ja, SMAC - das ein Civilization im Weltraum ist - baut auf den Welten der großen, alten und weisen Science Fiction-Autoren auf, die sich mit den moralischen und ethischen Konsequenzen der technischen Entwicklung beschäftigt haben.

Zu nennen sind hier Asimov (I, Robot; Foundation Saga), Arthur C. Clarke (2001), Stanislav Lem (Exisitieren Sie, Mr. Jones) und William K. Dick (Bladerunner), die weniger durch Action-Sequenzen als durch soziologisch-technologische Beobachtungen brillieren. Aber wie telephatische Matrix von SMAC und Google Wave zusammen?

Die telephatische Matrix verhindert in den Alpha Centauri-Basen wirkungsvoll Revolten, indem sie eine direkte geistige Verbindung zwischen allen Menschen herstellt. Borg-mäßig, ja. Google Wave möchte die auch, sicher, nicht durch eine telephatische Verbindung - noch sind wir nicht soweit - doch durch die kombinierten Mittel des Web 2.0.

Doch braucht es auch der Menschen, die diesen Dienst befüllen und das wird - zumindest in Deutschland - auf sich warten lassen. Hier hat sich der us-amerikanische Trend, ständig online zu sein und alles mit allen zu teilen, noch nicht durchgesetzt. Wir brauchen den neuen Menschen - den uomo nuovo - damit diese totale Digitalisierung greifen kann.

E-Mail und Instant Messaging sind wirklich nur modernere Methoden von alten Prinzipien - Google Wave und andere Web 2.0-Dienste schaffen nun wirklich eine Matrix der Kommunikation, die dein ganzes Leben einnimmt. Besonders vor dem Hintergrund, dass auch spätestens in zwei Jahren Smartphones mit günstigen Immer-Online-Tarifen zum Standard gehören werden. Unser aller Leben wird sich rasant ändern.

Ich stehe der ganzen Entwicklung ambivalent gegenüber: Faszination, Furcht und Schulterzucken schließen sich bei mir zu einem Meinungsblob zusammen. Und außerdem fehlt es mir an den Leuten, die sich mit mit in die telephatische Matrix begeben würden.

Freitag, 22. Mai 2009

Handy-Funktion von Windows 7

Das letzte Foto habe ich mit meinem Handy gemacht. Nicht der Hit, aber es reicht. Nun musste es auf den Computer, also USB-Kabel angeschlossen und ab dafür. Wurde auch direkt erkannt und konnte ohne Neustart genutzt werden.

Es poppte mit allerdings ein Fenster entgegen, dass ich noch nicht kannte (War das bei Vista schon da??) Eine Handy-Verwaltung. Mit dem Fenster kann man nicht viel machen, aber es reicht, um Bilder und Videos zu importieren.

Diese landen dann auch, wo man sie haben will. Insgesamt werde ich mir aber doch einmal wieder den My Phone Explorer runterladen. Da kann ich auch einfach Kontakte verwalten. Mal schauen, ob er es unter Windows 7 64 tut.

Nachtrag: Tja, die Treiber scheinen noch nicht mit Windows 7 64 zu klappen. Schade, aber wenigstens kann ich die Bilder vom Handy holen.

Eine neue Maus... Na, endlich!


Kein Microsoft-Browser mehr, dafür aber eine Microsoft-Maus. Nachdem meine letzte mit und mit dem Verschleiß einheimfiel, kam ich dank Gottes Fügung zu einer Microsoft Sidewinder X3-Maus. Ist recht groß und für Menschen mit kleinen Händen eher nicht zu benutzen. Die Seitentasten liegen für meinen Geschmack ein wenig zu weit vorne und sind daher schwer zu errreichen.

Aber allgemein ist es doch eine Wohltat eine neue Maus zu haben. Sie gleitet flott und flüssig über das Mauspad und macht das Arbeiten an meinem Heim-PC um einiges einfacher. Sie ist als Gamer-Maus klassifiziert, was mir recht egal ist. Meine Strategie- und Rollenspiele benötigen jetzt nicht die Über-Skills am Eingabe-Gerät.

Trotzdem merke ich, wie etwas so "billiges" wie eine Maus oft unterschätzt wird. Man legt wohl eher das Augenmark auf Hardware wie Grafikkarten etc., übersieht dabei allerdings, dass die Maus das primäre Eingabegerät ist und ihr daher mehr Aufmerksamkeit zu schenken ist.

Aalogie des Tages: Das ist, als wenn viel Geld in einen teuren Anzug gesteckt wird, aber die Unterhose zwickt und zwackt!